Spanende Bearbeitung: Interessante Produktneuheiten

In letzter Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir stellen hier interessante neue Produkte vor.

Effektives Software-Paket

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Der Maschinenspezialist Lang schnürt jetzt ein Software-Paket aus „LErgoCAD“ und Relief-Designer. Foto: Lang

Die Firma Lang führender Anbieter im Bereich Präzisionsgravieren und -fräsen sowie Positioniersysteme, hat ihre hauseigene CAD/CAM-Software weiterentwickelt. Für mehr Arbeitserleichterung wurden jüngst die Programme „LErgoCAD“ und der Relief-Designer zum Softwarepaket „CAD+Design“ unter 64-Bit zusammengeführt. Bisher wurden die beiden Software-Bausteine als Stand-Alone-Versionen behandelt und sind auch weiterhin autark nutzbar. Durch die Zusammenlegung wird unter anderem die simultane Bearbeitung in beiden Programmen und ein schneller Wechsel über Hotkeys möglich.
Ab sofort können Kunden „LErgoCAD“ und den Relief-Designer simultan in einer All-in-One-Lösung nutzen. Der Relief-Designer wurde speziell für die Relieferstellung und -bearbeitung und CAM-Datenerstellung entwickelt. „LErgoCAD“ ermöglicht es, in einem Projekt flexibel unterschiedliche Bearbeitungsstrategien für Fräs- und Laserbearbeitung so zu kombinieren, dass individuellen Aufgabenstellungen und Fertigungsmöglichkeiten am besten entsprochen wird.
Die Zusammenführung der beiden Programme bietet eine wesentlich höhere Rechenleistung, da die Möglichkeit besteht, auf verschiedene Prozessoren im Hintergrund zurück zu greifen. Des Weiteren beinhaltet das Update diverse Funktionserweiterungen, um kürzere Durchlaufzeiten beim Programmieren zu erreichen. Werkzeugbibliotheken und Strategien können außerdem vereinfacht gespeichert werden. Zusätzlich wurde die Datensicherung vereinfacht und das Datenvolumen reduziert bei gleichzeitig mehr Detailtiefe. Notizen zu Workflows sowie Prozessinformationen werden automatisch abgespeichert.

Stabiles Abstechsystem

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Der Zwischenhalter stützt den TANG-F-GRIP- oder DO-F-GRIP-Schneidenträger auf ganzer Länge und ermöglicht Anwendern vibrationsfreies Abstechen von Stangen bis zu einem Durchmesser von 82 Millimetern. Foto: Iscar

Iscar stellt jetzt einen neuen Zwischenhalter aus der LOGIQ-F-GRIP-Serie vor. Die neue Komponente kann quadratische TANG-F-GRIP- und DO-F-GRIP-Schneidenträger aufnehmen und ermöglicht damit stabiles und vibrationsfreies Abstechen von Stangen bis 82 Millimeter Durchmesser.
Der Zwischenhalter stützt den Schneidenträger auf ganzer Länge und ermöglicht Anwendern, Stangen mit Durchmessern bis zu 82 Millimeter mit Schnittbreiten von zwei bis fünf Millimetern vibrationsfrei abzustechen. Mit seinem robusten und gleichzeitig schlanken Design ermöglicht der Zwischenhalter längere Standzeiten der Schneideinsätze, höhere Oberflächengüten und Planebenheiten. Zudem lässt sich mit dieser stabilen Lösung die Schnittbreite bei großen Stechtiefen reduzieren und damit der Rohstoffverbrauch verringern.
Der LOGIQ F GRIP ist für die JET-CUT-Kühlung bis 140 bar ausgelegt. Das gestattet eine zielgerichtete Kühlmittelzufuhr direkt zur Spanwinkel-Fläche des Schneideinsatzes. An einen Zwischenhalter können D82-Schneidenträger für die bereits bestehenden einschneidigen TANG-GRIP- und die zweischneidigen DO-GRIP-Systeme angebracht werden. Dabei legte Iscar ein spezielles Augenmerk auf die Bedienfreundlichkeit bei der Montage: Die Werkzeugspezialisten haben einen „Halte-Pin“ in den Grundhalter eingebaut, um die Befestigung der Schneidenträger mit den Anzugsschrauben zu erleichtern.

Präzise Ergebnisse

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Der Planfräser Maxi-Mill 275 eignet sich ideal für die Schruppbearbeitung von Planflächen an hitzebeständigen Stahlgussteilen. Foto: Ceratizit

Ein neues Frässystem optimiert die Schruppbearbeitung hochlegierter rostfreier und hitzebeständiger Stähle: der Maxi-Mill 275 von Ceratizit. Der Planfräser, entwickelt für die Bearbeitung von Planflächen an Turboladergehäusen und Abgaskrümmern, ist ausgesprochen stabil aufgebaut und mit einer maximalen Anzahl an umfanggeschliffenen, schnittfreudigen Wendeschneidplatten (WSP) bestückt. So sorgt er für ruhiges Fräsverhalten, qualitativ hochwertige Fräsergebnisse, lange Standzeiten und für besonders hohe Wirtschaftlichkeit.
Das Planfräsen von Turbolader-Bauteilen stellt durch den anspruchsvollen Werkstoff – meist hitzebeständiger Stahlguss, häufig mit Niob-Anteilen – eine große Herausforderung für die eingesetzten Fräswerkzeuge dar. Dazu kommt, dass Turbolagergehäuse sowie Abgaskrümmer oft nur eine labile Aufspannung zulassen. Das verlangt vom Werkzeug hohe Stabilität und Schnittfreudigkeit, um die geforderte Qualität zu erreichen.
Besondere Aufmerksamkeit galt der präzisen Gestaltung des Plattensitzes, der die WSP durch eine Keilklemmung fest und hochgenau aufnimmt. Dadurch werden ein Schneidenversatz und damit nachträglich erforderliche Höhenkorrektur vermieden. Ein Pluspunkt, der sich auch in Sachen Bedienerfreundlichkeit auszahlt.
Außerdem wurden die Wendeschneidplatten neu entwickelt. Basis ist ein spezieller Schneidstoff, ausgelegt für höchste thermomechanische Ansprüche. Die Platten weisen eine positive Geometrie mit 20 Grad Spanwinkel auf. Das macht sie schnittfreudig und gewährleistet einen ruhigen Werkzeuglauf. Da sie komplett umfanggeschliffen werden, entsteht eine hohe und konstante Präzision.

Großzügiger Messbereich

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Die LH 1515 CMM ist jetzt als Standardmodell in Portalbauweise erhältlich. Foto: Wenzel

Das KMG-Modell LH 1515 jetzt auch als Standardmodell innerhalb der LH Baureihe für Portalmessgeräte erhältlich. Die Neukonstruktion hat einen großzügigen Messbereich in der X- und Z-Achse von 1.500 mal 1.500 Millimeter. Die Y-Achse gibt es in den Standardgrößen 2.000, 3.000 und 4.000 Millimeter und kann kundenspezifisch für Sondergrößen mit über 5.000 Millimeter konfiguriert werden. Bisher wurde das Koordinatenmessgerät in dieser Größe in Gantry-Bauweise mit einer einseitig hochgesetzten Y-Führung ausgeliefert. Durch die neue Entwicklung können die Kunden bei Kauf des KMG sparen, da damit die LH 1515 um einiges preiswerter angeboten wird. Weitere Vorteile sind die noch bessere Zugänglichkeit für die Beladung des Messgerätes mit großen Bauteilen und das neue, moderne Industriedesign.
Die LH ist ideal für alle Anwendungen, die hohe Genauigkeiten und einen hohen Messdurchsatz erfordern. Die LH Baureihe wird in nahezu allen Industriebereichen eingesetzt. Mit dem System werden Bauteile in der Uhrenmanufaktur genauso wie in der Produktion von Großmotoren detailgenau gemessen. Die Y-Achse kann kundenspezifisch für lange Sondergrößen konfiguriert werden.

Kurze Gewinde

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Der mehrreihige Walter Gewindefräser T2710 ermöglicht kurze Gewinde in kürzester Zeit. Foto: Walter

Mit dem T2710 überträgt die Firma Walter das Konzept seiner mehrreihigen Gewindefräser nun auch auf kurze Gewinde. Dank kurzer Reihenabstände ist der T2710 speziell für Gewindetiefen bis 1,5 mal Durchmesser ausgelegt. Auch bei kurzen Gewinden reduziert die parallele Bearbeitung mehrerer Gewindeabschnitte die Bearbeitungszeit enorm. Ein Effekt, der durch die universell einsetzbaren, hoch verschleißfesten Gewindefräsplatten der Walter Tigertec Silver Sorte WSM37S noch verstärkt wird. Deren Geometrie mit Spanmulde sorgt zudem für einen leichten Schnitt und hohe Laufruhe, was hohe Schnittgeschwindigkeiten und Zahnvorschübe ermöglicht und gleichzeitig die Radiuskorrekturen reduziert. Für ungünstige Bedingungen bietet Walter Gewindefräsplatten der Geometrie D61 mit Beruhigungsfase an.
Neben der hohen Produktivität und den geringen Kosten pro Gewinde profitieren Anwender mit dem T2710 von hoher Gewindequalität und Prozesssicherheit. Ursächlich dafür ist neben der Laufruhe und geringen Abdrängung des Werkzeugs, aufgrund der leichtschneidenden Geometrie, die variable Innenkühlung: Sowohl radial als auch axial lässt sie sich an die Bearbeitung von Grund- oder Durchgangslöchern anpassen, so dass die Späne jeweils optimal aus dem Gewinde gespült werden. Der T2710 für Gewinde ab Nenndurchmesser zwanzig Millimeter ist universell einsetzbar für Stähle, nichtrostende Stähle, Gusseisen, Nichteisen-Metalle, Superlegierungen oder auch gehärtete Stähle bis 55 HRC. Als Einsatzgebiete nennt Walter alle Bereiche mit entsprechenden Anwendungen, zum Beispiel Öl- und Gas-Ventile in der Energieindustrie.

Letzte Aktualisierung: 10.12.2020