Publikumsliebling aus bunter Vorzeit: Riesige Höhle von Lascaux nachgebaut

In der Dordogne war Geze beim bisher aufwendigsten Nachbau der prähistorischen Höhle von Lascaux mit mehr als 2000 Malereien in Originaltreue beteiligt.

Lascaux IV, Slimdrive, Glasfassade, GEZE
Nachbau der prähistorischen Höhle von Lascaux. Fotos: GEZE GmbH

Die Geschichte der Höhle ist so interessant, dass nicht nur die Gebäudetechnik der Replik zur Sprache kommen darf.

Sie sollen in der jüngeren Altsteinzeit entstanden sein und werden auf mindestens 17.000 vor Christus datiert: Die Wandmalereien in der Originalhöhle gelten als ältestes Zeugnis menschlichen Kunstschaffens. Die zufällige Entdeckung der Höhle im Jahr 1940, als vier neugierige Jungs durch einen Wald in der Nähe des Städtchens Montignac streiften, war eine Sensation. In größter Vielfalt und Vollendung kamen die bis heute besterhaltenen prähistorischen Malereien Europas zum Vorschein. Seit 1979 gehört die Höhle zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Von Lascaux zu Lascaux IV


Schon ab 1948 strömten viele Tausend Besucher hinein, um die in die Felsreliefs gemalten oder gravierten dreidimensional wirkenden Tierdarstellungen, Figuren und Zeichen im Original zu bestaunen. Der Bilderpracht tat das auf Dauer nicht gut, so dass die Höhle 1963 geschlossen wurde. Am Fuß des Höhlenhügels wurde nun die dritte und gelungenste Replik mit offiziellem Namen "Centre International d’Art Pariétal – Lascaux IV" (dt.: Internationales Zentrum für Höhlenkunst) eröffnet. Notwendig wurde Lascaux IV, als auch die bisherigen Nachbauten aufgrund des Besucheraufkommens an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stießen.

Höhlenarchitektur mit moderner Gebäudetechnik


Lascaux IV, Slimdrive, Glasfassade, GEZE
Filigran und multifunktional.

Wie in den Übergang zwischen Waldhügel und Tal in den Berg hineingeschoben, mutet der Gebäudekomplex an, der den Höhlennachbau umschließt. Licht kommt in das 150 Meter lange Spitzkantengebäude mit einer Gesamtfläche von 8500 Quadratmetern über die einzige Seiten- und die verglaste Dachfassade herein. Der andere Gebäudeteil ist ein unterirdischer Komplex aus Kammern und Tunnels – eine Nachbildung der Höhle in Originalgröße mit 900 Quadratmetern Höhlenwänden. Möglich machten dies eine Investitionssumme von fast 60 Millionen Euro, ein Höhlenkonzept, das dem Architekten-Team des norwegischen Büros Snøhetta internationales Renommee bescherte, fast 40 Künstler, 150 Unternehmen und der Einsatz modernster Gebäude- und Museumstechnik.

Multifunktional und filigran: Türautomatik perfekt an die Umgebung angepasst


Lascaux IV, Slimdrive, Glasfassade, GEZE
Zwei automatische Schiebetüranlagen in Fluchtwegausführung mit Slimdrive SL NT-FR-Antriebssystemen als äußere Türen der beiden großzügigen Windfänge fügen sich harmonisch-dezent in die sich über das gesamte Gebäude erstreckende Glasfassade ein.

Die Türautomatik von Geze markiert den Beginn des hoch modernen Ausstellungsuniversums. Zwei automatische Schiebetüranlagen in Fluchtwegausführung mit Slimdrive SL NT-FR-Antriebssystemen als äußere Türen der beiden großzügigen Windfänge fügen sich harmonisch-dezent in die sich über das gesamte Gebäude erstreckende Glasfassade ein. Die gleiche Lösung mit den nur sieben Zentimeter hohen „Slimdrives“ wurde für die Innentüren der Windfänge gewählt. Drei Meter hoch und mit einer Durchgangsbreite von über zwei Metern ermöglichen die Zwillingsanlagen auch bei größtem Besucheraufkommen einen barrierefreien, entspannten Zugang ins Foyer. Die Öffnungsweite, die Offenhaltezeit, und die Schließgeschwindigkeit der Türen können individuell eingestellt werden. Moderne, intelligente Steuerungstechnik passt die Offenhaltezeit an den Besucherstrom an. Wird die Durchgangsfrequenz größer, werden die Türflügel automatisch länger offengehalten.

Automatische Türsysteme sind Teil der Szenografie


Lascaux IV, Slimdrive SL-NT, Vorraum-Höhlenreplik
Der Eingang zur Höhlenreplik mit automatischen Slimdrive SL NT-Schiebetürsystemen.

So authentisch wie möglich sollen die Besucher die ersten Eindrücke der vier jugendlichen Entdecker nachempfinden können. Über eine Dunkelzone zur „Einstimmung“ gelangt man in eine Art Vorraum mit zwei hintereinander angeordneten einflügeligen automatischen Slimdrive SL NT-Schiebetürsystemen. Tiefschwarze Türflügel unterstreichen das „Sesam-Öffne-Dich-Gefühl“ zur 240 Meter langen Höhlenreplik. Nach dem Genuss der einzigartigen Höhlenbilderwelt erwartet die Besucher ein Lernparcours mit neuesten virtuellen Bild-Technologien, der ihnen über das reine Entschlüsseln und Verstehen der steinzeitlichen Malereien hinaus weitere Wissensbereiche rund um die Höhle anbietet.

Vom Dunkel ins Licht


Lascaux, Tür-Eingang, Lernparcours
Der Eingang zum Lernparcours über eine manuelle asymmetrisch geteilte Brandschutztür mit ISM-Türschließersystemen.

In den Lernparcours gelangt man über eine zweiflügelige manuelle Tür. Sie erleichtert dem Museumspersonal den Einlass einer jeweils begrenzten Besucherzahl. Türschließersysteme mit integrierter Schließfolgeregelung (ISM) sind eine optimale Lösung für die asymmetrisch geteilte Brandschutztür. Der nicht sichtbar in die filigrane Gleitschiene integrierte Mechanismus sorgt dafür, dass der Gangflügel offengehalten wird, d. h. so lange „wartet“, bis der Standflügel geschlossen ist. Nach dem Begehen – ganz besonders durch flüchtende Menschen im Gefahrenfall – schließen beide Türflügel wieder einwandfrei, so dass die Brand- bzw. Rauchschutzfunktion der Tür erneut gegeben ist.

Aufeinander abgestimmt: Projektion und Türöffnung


Lascaux-IV, Ausgang-Projsaal, GEZE
Der Ausgang des Lernparcours: zweiflügelige automatische TSA 160 NT-IS-Drehtürsysteme mit integrierter Schließfolgeregelung.

Automatische Drehtürsysteme sind Teil des szenografischen Geschehens in den miteinander verbundenen Ausstellungs- und Projektionssälen: Das „Théatre de l’art pariétal“ zeigt die zentrale Bedeutung der Grotte de Lascaux in der Erforschung der Höhlenmalerei weltweit. Ein 3D-Kino lässt einen die Originalhöhle bis ins kleinste Detail erkunden. Interaktiv werden in der „Galerie de l’imaginaire“ die Zusammenhänge zwischen Höhlenmalerei und moderner Kunst präsentiert. Die Türen schließen selbsttätig, sobald die Projektion beginnen kann, und öffnen, wenn sie vorüber ist. Selbstverständlich sorgen hierbei Sensoren für die notwendige Sicherheit an den speziellen schweren Schallschutztüren. Sie sorgen sie dafür, dass die Geräusche der Vorführungen nicht in den nächsten Saal dringen. Kein Problem für die „starken“ Powerturn-Antriebssysteme (ebenfalls in „7-cm-Optik“!). Sie bewegen die Türflügel leise und leicht und haben sich auch als ideale Lösung für einen sicheren und zügigen Besucherfluss zwischen den Sälen erwiesen. Dank der Smart swing Funktion können die Türflügel trotz ihres Gewichts auch mühelos manuell geöffnet werden.

Ende der Vorstellung


Lascaux-IV, Powerturn, Lernpar-Verbindtür
Ein Teil der Szenografie im Lernparcours: Verbindungstür mit Powerturn-Türautomatik.

Den letzten Projektionssaal verlässt man über eine zweiflügelige automatische Drehtür, die mit TSA 160 NT-IS Antrieben das kontinuierliche Öffnen und Schließen zuverlässig und komfortabel bewältigt. Mit dem zweiten kleineren Bedarfsflügel kann die Tür flexibel genutzt werden. Die Bewegungsparameter beider Türflügel sind auch an dieser Tür individuell einstellbar. Sie bietet Barrierefreiheit und Fluchtwegsicherheit zugleich. Im Gefahrenfall lässt sich die Tür auch mit der Hand öffnen und wirkt dann wie eine mit einem Türschließer ausgestattete Tür.

Maßgeschneiderte Lösungen


„Das Produktprogramm von Geze lieferte perfekte Lösungen für dieses einmalige Objekt. Sie verbinden die Funktionalität und die minimalistische Ästhetik, auf die es in den meisten bedeutenden Architekturobjekten ankommt. Das gilt für die automatischen Türsysteme ebenso wie für die Türschließer. Dir Firma Geze ist einer der wenigen Anbieter multifunktionaler Türen, die über Sicherheitsanforderungen hinaus auch Designkriterien der Architekten erfüllen“, so der Objektexperte Xavier Favand von der Bauberatungs- und Projektierungsgesellschaft VPEAS aus Bordeaux.