Persönliche Schutzausrüstung: Gefährdungsbeurteilung bei Höhenarbeiten

Bei hoch gelegenen Arbeitsplätzen muss der Metallbauunternehmer eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Diese kann ergeben, dass Persönliche Schutzausrüstung (PSA) eingesetzt werden muss, wie die BGHM mitteilt.

Gefährdungsbeurteilung bei Höhenarbeiten
Bei Persönlichen Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren schützen sollen, ist eine Unterweisung mit praktischen Übungen besonders wichtig. Foto: Huhle

Für Tätigkeiten auf hoch gelegenen Arbeitsplätzen mit Absturzgefahr ist eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Kommt diese zum Ergebnis, dass als geeignete Maßnahme Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) zum Einsatz kommen soll, gelten besondere Vorschriften.
Vor der ersten Benutzung der persönlichen Absturzschutzsysteme sowie nach Bedarf müssen die Beschäftigten grundsätzlich unterwiesen werden. Diese Unterweisung ist mindestens einmal jährlich zu wiederholen.

Praktische Übungen notwendig


Die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ fordert im Paragraf 31 darüber hinaus besondere Unterweisungen für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen: Der Unternehmer muss den Versicherten die bereitzuhaltende Benutzungsinformation (Gebrauchsanleitung) im Rahmen von Unterweisungen mit praktischen Übungen vermitteln. Die einfache Lektüre von Gebrauchsanleitungen ist absolut unzureichend, um der Absturzgefährdung wirksam zu begegnen.
Zum Inhalt dieser Unterweisung mit Übungen gibt es keine verbindlichen Vorgaben, da die Inhalte von verschiedenen Faktoren bestimmt werden: Dazu gehören unter anderem die verwendete PSAgA, die konkrete Arbeitsaufgabe und -umgebung sowie das Rettungskonzept.

Konzept für Übungen und Unterweisungen


Somit muss der Unternehmer im Rahmen der tätigkeitsbezogenen Gefährdungsbeurteilung festlegen, was Bestandteil der Unterweisung ist und welche Übungen unter Aufsicht durchgeführt werden sollen. Neben einer sicheren Benutzung der PSA im Rahmen der jeweiligen Arbeitsaufgabe gehört zweifellos auch das richtige Verhalten in kritischen Situationen dazu.

Mögliche Schwerpunkte sind:

  • Anlegen der PSA entsprechend der Herstellerinformation,
  • Anpassen auf den eigenen Körper und die konkrete Arbeitssituation,
  • bestimmungsgemäße Verwendung der einzelnen Bestandteile,
  • Anschlagpunkte,
  • Rettungskonzept,
  • Entlastung nach Absturz (Trittschlingen, Prusikknoten),
  • Lagerung von Personen mit Hängetrauma,
  • Prüfung und sachgemäße Lagerung.

Unterstützung bei der Konzeption und der Durchführung der Unterweisungen mit Übungen bietet der neue DGUV Grundsatz 312-001 „Anforderungen an Ausbildende und Ausbildungsstätten zur Durchführung von Unterweisungen mit praktischen Übungen bei Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz und Rettungsausrüstungen“.
Er beschreibt Anforderungen an Ausbildende, die Unterweisungen im Bereich der PSAgA und Rettungsausrüstungen durchführen und legt Rahmenbedingungen für die Durchführung der Übungen fest. Zudem werden Unterweisungsinhalte in Form von Checklisten für konkrete Anwendungssituationen angeboten.

Weitere Informationen:

  • PSA-Benutzungsverordnung,
  • DGUV Regel 112-198 „Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz“,
  • DGUV Regel 112-199 „Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutzausrüstungen“.



Letzte Aktualisierung: 28.11.2017