Nachrichten aus der Branche

Der Messeverbund aus Intec und Z im März 2021 findet diesmal digital statt, der Deutsche Zukunftspreis wurde für die EUV-Lithographie vergeben, Walter unterstützt regionale Initiativen, die deutsche Wirtschaft drosselt ihre Marketing-Budgets und das Fraunhofer IWM schließt Lücken der digitalen Wertschöpfungskette in der Werkstofftechnik.

Digitaler Messeverbund

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Das Messe-Duo Intec und Z wird vom 2. bis 4. März 2021 unter dem Motto „Intec und Z connect“ ausschließlich digital stattfinden. Die nächste reguläre Ausgabe in bewährter Form findet vom 7. bis 10. März 2023 statt. Foto: Leipziger Messe

Virtueller Aussteller-Showroom, Online-Fachprogramm und digitales Networking: Das Messe-Duo Intec und Z wird vom 2. bis 4. März 2021 unter dem Motto „Intec und Z connect“ ausschließlich digital stattfinden. Diese Entscheidung hat die Leipziger Messe als Veranstalter getroffen. Die aktuelle Pandemielage und damit verbundene Einschränkungen machen die verlässliche Planung einer Vorort- oder Hybridveranstaltung unmöglich.
Die Intec und Z connect bietet der deutschen Metallbearbeitungs- und Zulieferindustrie trotz der anhaltenden Corona-Pandemie die dringend benötigte Plattform, um den Dialog in der Branche zu ermöglichen und Impulse für die Zukunft zu liefern. Herzstücke der Veranstaltung werden eine Produktshow der Aussteller in Form eines virtuellen Showrooms, ein Online-Kongress und eine digitale Networking-Plattform sein. Derzeit erarbeitet die Leipziger Messe das Programm, das sich den aktuellen und brennenden Fragen der Branche widmet.
Details zum Programm der Intec und Z connect werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben. Die nächste reguläre Ausgabe der Intec und Z in bewährter Form findet vom 7. bis 10. März 2023 statt.
Weitere Informationen unter www.messe-intec.de und www.zuliefermesse.de.

Deutscher Zukunftspreis

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Für ihr Projekt „EUV-Lithographie – Neues Licht für das digitale Zeitalter“ wurde das Experten-Team um Dr. Peter Kürz, Zeiss, Dr. Michael Kösters, Trumpf, und Dr. Sergiy Yulin, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik, mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Foto: Deutscher Zukunftspreis

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gab kürzlich in einer feierlichen Zeremonie in Berlin die Gewinner des Deutschen Zukunftspreis 2020 bekannt. Für ihr Projekt „EUV-Lithographie – Neues Licht für das digitale Zeitalter“ zeichnete der Bundespräsident das Experten-Team um Dr. Peter Kürz, Zeiss Sparte Semiconductor Manufacturing Technology (SMT), Dr. Michael Kösters, Trumpf, und Dr. Sergiy Yulin, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena, mit seinem Preis für Technik und Innovation aus.
Das Gewinner-Team hat einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und industriellen Serienreife der EUV-Technologie geleistet. Das Resultat ist eine durch über 2.000 Patente abgesicherte Zukunftstechnologie, die Basis für die Digitalisierung unseres Alltags ist und Anwendungen wie autonomes Fahren, 5G, künstliche Intelligenz und weitere zukünftige Innovationen ermöglicht. Dank EUV wurden bei Zeiss und Trumpf bis heute mehr als 3.300 Hochtechnologiearbeitsplätzen geschaffen und 2019 ein Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet – Tendenz steigend.
Weltweit einziger Hersteller für EUV-Lithographie-Maschinen ist die niederländische Firma ASML, die als Integrator die Architektur des Gesamtsystems und insbesondere die EUV-Quelle entworfen hat. Schlüsselkomponenten dieser Maschinen sind der Hochleistungslaser von Trumpf für die EUV-Lichtquelle und das optische System von Zeiss. EUV steht für „extrem ultraviolett“, also Licht mit extrem kurzer Wellenlänge. Mit dieser konkurrenzlosen Schlüsseltechnologie lassen sich in diesem und dem nächsten Jahrzehnt weitaus leistungsfähigere, energieeffizientere und kostengünstigere Mikrochips herstellen als jemals zuvor.

Soziales Engagement

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Walter unterstützt das Werkzeugmaschinenlabor der Hochschule Reutlingen mit Werkzeugaufnahmen. Foto: Walter

Die Firma Walter mit Sitz in Tübingen unterstützt auch 2020 regionale Initiativen und Institutionen in den Bereichen Soziales sowie Wissenschaft und Technik. Damit engagiert sich das Unternehmen für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung und die Verbesserung der Situation von Menschen in gesundheitlichen Krisensituationen. Walter setzt die langjährigen Partnerschaften mit dem Ronald McDonald-Haus am Uniklinikum Tübingen, dem Förderverein Sozialpsychiatrie, Rehabilitation und Berufliche Integration Tübingen/Neckar-Alb (SOPRI), dem SV 03 Tübingen, der Hochschule Reutlingen sowie dem GreenTeam der Universität Stuttgart fort.
Sonja Ayasse, Vice President Communication bei Walter, sagt: “Walter engagiert sich seit vielen Jahren für soziale Initiativen und sponsert Projekte und Institutionen aus dem MINT-Bereich. Gerade in einem schwierigen Jahr ist es uns wichtig, uns als verlässlicher Partner zu zeigen. Denn wie grundlegend soziales Engagement und gemeinsame Werte für unsere Gesellschaft sind, zeigt sich in der aktuellen Situation.”

Gedrosselte Marketing-Budgets

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Der Anteil der B2B-Marketing-Budgets am Jahresumsatz sinkt über die Jahre. (Quelle: bvik-Studie) Grafik: bvik

Die Marketing-Budgets in Deutschland kommen durch die Covid-19-Pandemie unter Druck: Live-Events und Messen machten bisher rund ein Drittel der gesamten Ausgaben in der Business-to-Business-Kommunikation (B2B) aus. Bis Ende 2020 sind jedoch nahezu alle wichtigen Messeveranstaltungen gestrichen. Das zwingt bei den Ausgaben für das B2B-Marketing zum Umdenken. Knapp jeder zweite Marketingleiter rechnet jetzt bereits mit einer starken Reduktion des Etats. Das sind Ergebnisse der Studie „B2B-Marketing-Budgets“, die in neunter Auflage vom Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) veröffentlicht wird.
„Für alle beteiligten Anbieter und Akteure rund um das Thema Messen und Live-Events ist das Jahr 2020 ein ‚anus horribile‘ mit weit reichenden Folgen“, sagt Dr. Andreas Bauer, bvik-Vorstand. „Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre setzt sich bei den internen und externen B2B-Marketingausgaben fort.“
Wie die Studie zeigt, sanken die externen B2B-Marketingausgaben 2020 – überwiegend noch ohne Corona-Effekt – durchschnittlich um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon betroffen sind auch die weltweiten Budgets für extern zugekaufte Marketing- und Kommunikationsdienstleistungen mit einem Rückgang von rund zwei Prozent. Die internationalen Aktivitäten waren 2019 noch gegen den allgemeinen Trend gestiegen.
Aufgrund der Pandemie rechnen innerhalb Deutschlands insgesamt 46 Prozent der befragten Experten mit einem Rückgang der Marketing-Budgets – 30 Prozent mit starken Einsparungen und 16 Prozent mit leichten. Weltweit wird das Budget nach Meinung von 61 Prozent der Experten zurückgefahren: 34 Prozent gehen von starken und 27 Prozent von leichten Kürzungen aus. Interne und externe B2B-Marketing-Ausgaben zusammengenommen waren bereits im Vorjahr rückläufig und verzeichneten von 2018 auf 2019 ein Minus von 23 Prozent.

Durchgängige Materialdatenräume

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Der digitale Zwilling eines Demonstrator-Gussbauteils beinhaltet die auf experimenteller Basis ermittelte Brinell-Härte (links). Sie bereichert die numerische Simulation der Fließspannung durch ortsabhänge Daten (rechts). Grafik: Fraunhofer IWM

Das größte Potenzial der Digitalisierung in materialintensiven Betrieben liegt in prozessübergreifender Verknüpfung von Materialdaten. Sie verspricht Bauteil-Entwicklungszeiten zu verkürzen, komplexe Fertigungsprozesse schneller zu optimieren und noch zuverlässigeren Anlagenbetrieb als bisher zu sichern. Das Problem ist die sehr heterogene Natur von Materialdaten. Sie macht die Verknüpfung extrem komplex. Ein Forschungsprojekt des Landes Baden-Württemberg unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM aus Freiburg, Material-Digital, erzielte jetzt große Fortschritte bei der Strukturierung von Materialdaten zu einem durchgängigen Datenraum.
Nicht nur die Potenziale der Digitalisierung in der Werkstofftechnik sind groß, auch die Herausforderungen haben es in sich. „Materialdaten sind aufgrund ihrer Vielschichtigkeit extrem heterogen und ändern sich auch während des Produktlebenszyklus fortlaufend“, beschreibt Dr. Christoph Schweizer vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM die Schwierigkeiten. „Auch dass sie lokal innerhalb eines Produkts variieren und teilweise messtechnisch gar nicht zerstörungsfrei zu ermitteln sind, macht ihre Strukturierung, Speicherung und Verknüpfung so anspruchsvoll.“
Die Industrie steht also vor erheblichen Aufgaben: Wie bekommen wir alle Daten sinnvoll zusammen? Welche Infrastruktur benötigen wir dazu? Wo fangen wir an mit der Integration eines Datenraumes? Antworten auf diese Fragen liefert Dr. Christoph Schweizer jetzt gemeinsam mit einem Konsortium von sieben Forschungseinrichtungen, die sich 2018 im Forschungsprojekt „MaterialDigital“ zusammengeschlossen hatten. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg förderte das Projekt mit 2,75 Millionen Euro.

Letzte Aktualisierung: 10.12.2020