Nachrichten aus der Branche

(Oktober 2020) Die Firma Lang geht bei der Maschinenauslieferung neue Wege, Krauss-Maffei legt den Grundstein für einen neuen Standort, Technotrans feiert das fünfzigjährige Jubiläum, TDM Systems hat einen neuen Vertriebschef und die Firma Linde kooperiert für die Optimierung des 3D-Drucks.

Inbetriebnahme in Coronazeiten

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Inbetriebnahme in Coronazeiten: Lang liefert Maschine nach Ägypten und schult online.
Foto: Lang

Die Firma Lang geht als Entwickler und Hersteller von Fräs-, Laser- und Digitalisier-Maschinen sowie Automationssystemen neue Wege in der Coronazeit. Das Unternehmen setzt eine neue Art der Maschinenauslieferung und -inbetriebnahme um: Alle Prozesse dazu finden komplett remote statt. Möglich ist dies durch die einfach zu installierende Hard- und Software sowie die Remote-Services von Lang, wie beispielsweise Fernzugriff und Videobegleitung. Auf diese Weise wurde bereits eine Maschine bei einem Anwender in China in Betrieb genommen und nun folgt diesem Prinzip ein Werkzeug- und Formenbauer von gravierten Prägestempeln in Ägypten. Der gesamte Service der Aufstellung, Inbetriebnahme und Schulung vor Ort wird dabei durch neue Maßnahmen ersetzt.

In der Praxis gestaltet sich dies wie folgt: Der Kunde wird per Videoverbindung bereits beim Auspacken der Maschine aus der Transportbox instruiert. Die Maschine wird dann mit einem Stapler an ihren Platz transportiert und mit einer sehr hohen Genauigkeit ausgerichtet. Es folgen das Entfernen der Transportsicherungen nach Anleitung sowie der Anschluss an Druckluft, Netzwerk und Strom. Dann kann der Lang-Techniker via Fernzugriff online auf die Maschine zugreifen und sie in Betrieb nehmen. Im Anschluss erhält der Kunde eine Online-Einweisung und -Schulung mit baugleichem Anschauungsobjekt im Hause Lang.

Grundstein gelegt

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Das neue Krauss-Maffei-Werk bietet auf 250.000 Quadratmeter Raum für bis zu 2.500 Arbeitsplätze in Fertigung, Montage und Verwaltung.
Foto: Krauss-Maffei

Dr. Michael Ruf, Chief Executive Officer (CEO) der Krauss-Maffei Gruppe, Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert, der Bürgermeister von Vaterstetten, Leonhard Spitzauer, und Jan van Geet, CEO von VGP, einem führenden europäischen Projektentwickler hochwertiger Logistik- und Gewerbeimmobilien, haben kürzlich in feierlichem Rahmen den Grundstein für den neuen Standort der Krauss-Maffei Gruppe in Parsdorf östlich von München gelegt.

Der Umzug soll im November 2022 beginnen und 2023 abgeschlossen sein. Der bisherige Standort, das Hauptwerk und die Firmenzentrale in Allach werden geschlossen. Die Krauss-Maffei Automation in Schwaig verlässt ihren bisherigen Standort und zieht ebenfalls nach Parsdorf. Künftig wird so alles unter einem Dach beheimatet sein: die Konzernzentrale, die Bereiche Spritzgieß- und Reaktionstechnik sowie die Fertigung und die Automation. Der Umzug nach Parsdorf ist Teil der neuen Standortstrategie des 182 Jahre alten Münchner Traditionsunternehmens.

„Wir wollen in Parsdorf, ebenso wie in Laatzen und auch an unseren anderen Standorten weltweit ein modernes, innovatives Krauss-Maffei formen. Bereits im März haben wir unser neues Werk in JiaXing in China eröffnet, vor einigen Wochen dann das neue Werk unserer Tochterfirma Burgsmüller in Einbeck. Und auch in Laatzen bei Hannover haben wir vor kurzem die Grundsteinlegung gefeiert“, erklärt Krauss-Maffei-CEO Dr. Michael Ruf die Standortstrategie der Gruppe. „Ein besonderes Dankeschön möchte ich an unsere chinesischen Eigentümer aussprechen. Ohne sie könnten wir die Erneuerung unseres Unternehmens und damit auch unsere Wachstumspläne nicht umsetzen.“

Ab 2023 können in Parsdorf auf einer Fläche von 250.000 Quadratmeter bis zu 2.500 Mitarbeiter an modernen Arbeitsplätzen in den Bereichen Verwaltung, Produktion, Logistik und im Ausbildungscenter arbeiten. Auf dem Gelände entstehen unter anderem zunächst drei neue Produktionshallen, ein Customer Experience Center, ein Verwaltungsgebäude sowie zwei moderne Parkhäuser mit Elektrotankstellen.

Jubiläum gefeiert

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Die Technotrans-Historie ist im Jubiläumsjahr erstmals in gedruckter Form erhältlich. Autor Heinz Harling (links), Vorsitzender des Aufsichtsrats und Michael Finger, Sprecher des Vorstands der Technotrans.
Foto: Technotrans

Die Technotrans-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Sassenberg hat am 1. Oktober 2020 ihr fünfzigjähriges Jubiläum begangen. Als familiengeführter Nebenerwerbsbetrieb in einer Garage in der westfälischen Provinz gestartet, ist Technotrans heute einer der weltweit führenden Lösungsanbieter im Bereich Flüssigkeiten-Management. Das Unternehmen ist an 18 Standorten in Europa, Amerika, Asien und Australien vertreten. Diesen Erfolg verdankt man insbesondere dem hohen technologischen Know-how und der kontinuierlichen Erschließung neuer Branchen und Märkte. Pünktlich zum Jubiläum erzählt Heinz Harling, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Technotrans-Urgestein, in seinem faktenreichen und unterhaltsamen Buch „Alles fließt“ die Geschichte des Unternehmens und der daran beteiligten Menschen.

Technotrans begeht den Anlass in typisch westfälischer Bescheidenheit – auch bedingt durch die aktuellen Umstände. Aufgrund der Corona-Pandemie findet in diesem Jahr keine große Jubiläumsfeier für die Mitarbeiter statt. Allerdings hat jeder Beschäftigte die Firmenchronik als Präsent erhalten. „Wir wollten allen Mitarbeitern damit ein Stück der Geschichte schenken, die sie zum Teil mitgeschrieben haben“, erklärt Harling. Das Buch steht auch der Öffentlichkeit zum Erwerb im Buchhandel und online zur Verfügung: Heinz Harling, Alles fließt – Geschichte und Geschichten einer Firma, ISBN978-3-00-065681-1.

Neuer Vertriebschef

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Lenz Reichert ist ab 1. Oktober 2020 neuer Head of Global Sales.
Foto: TDM Systems

Lenz Reichert ist ab 1. Oktober 2020 neuer Head of Global Sales und Marketing beim führenden Softwarehersteller für die Verwaltung von Werkzeugdaten, TDM Systems. Er übernimmt die Aufgaben von Eugen Bollinger, der ab Oktober das „Key-Account-Geschäft“ des Tübinger Unternehmens ausbauen wird. Mit der Neuaufstellung des Vertriebs will der Softwareanbieter die Digitalisierung weltweit bei zerspanenden Unternehmen vorantreiben und dadurch global noch stärker wachsen.

Reichert wechselt nach über 13 Jahren im Vertrieb bei der Siemens Industry Software zu TDM Systems nach Tübingen. Dietmar Bohn, Geschäftsführer von TDM Systems, verspricht sich von der Berufung Reicherts zum „Head of Global Sales und Marketing“ einen enormen Wachstumsschub für TDM Systems. In unterschiedlichen Managerpositionen bei der Siemens Industry Software entwickelte Reichert bereits erfolgreich Vertriebsorganisationen und -strukturen, um Unternehmen in unterschiedlichen Märkten Softwarelösungen für deren digitale Transformation anbieten zu können.

Reichert wechselt nach über 13 Jahren im Vertrieb bei der Siemens Industry Software zu TDM Systems nach Tübingen. Dietmar Bohn, Geschäftsführer von TDM Systems, verspricht sich von der Berufung Reicherts zum „Head of Global Sales und Marketing“ einen enormen Wachstumsschub für TDM Systems. In unterschiedlichen Managerpositionen bei der Siemens Industry Software entwickelte Reichert bereits erfolgreich Vertriebsorganisationen und -strukturen, um Unternehmen in unterschiedlichen Märkten Softwarelösungen für deren digitale Transformation anbieten zu können.

Reichert, der laut Bohn dadurch den Umsatz in seiner früheren Abteilung „Business Vertical Industry“ beeindruckend steigern konnte, wird mit seinem Team sehr bald erste Eckpfeiler für das anvisierte Wachstum formulieren. Neben dem Erreichen vorgegebener Umsatzziele wird sich der diplomierte Betriebswirt auch auf die Optimierung der betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Software- und Servicevertrieb konzentrieren.

Linde kooperiert

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Die aktuelle Zusammenarbeit zwischen Linde und 3D Medlab konzentriert sich auf Ti-6AI-4V-Gitterstrukturen.
Foto: 3D Medlab

Die Firma Linde hat jetzt mit einer bahnbrechenden Forschung zur Optimierung des 3D-Drucks komplexer Strukturen für medizinische Geräte begonnen. In Zusammenarbeit mit 3D Medlab, einem führenden Unternehmen im Bereich der additiven Fertigung für den medizinischen Sektor, ist das gemeinsame Projekt das erste seiner Art und stellt einen Meilenstein auf dem Gebiet der Entwicklung orthopädischer Geräte dar.

Gitterartige, komplexe Komponenten sollen menschliche Körperteile nachahmen. Diese können sich besser in die eigene Knochen- und Gewebestruktur des Patienten eingliedern, was zu weniger Abstoßungsreaktionen und schnelleren Heilungszeiten führt.

Additive Manufacturing kann die Produktion solcher Komponenten optimieren, indem es eine hochwertige Wiederholbarkeit des Prozesses gewährleistet und weniger Nachbearbeitung nach dem Druck erfordert. Allerdings muss die Atmosphäre in der Druckkammer optimal und reproduzierbar sein.

Atmosphärische Gase spielen eine grundlegende Rolle im Druckprozess, und alle Verunreinigungen, die in der Kammer verbleiben, können, selbst wenn sie einmal ausgespült wurden, eine nachteilige Auswirkung auf das hergestellte Teil haben.

Letzte Aktualisierung: 27.10.2020