Nachrichten aus der Branche - September 2017

Preis für die Sicherheit von Drehmaschinen, Kompetenzzentrum „Mittelstand 4.0“ fürs Saarland, erfolgreiches Anwenderform für Werkzeug- und Formenbauer, strategische Allianz für Zukunftsthemen, neue Richtlinien für additive Fertigung.

Sicherheit von Drehmaschinen


Arbeitssicherheit, Werkzeug- und Formenbauer, Mittelstand 4.0, Additive Fertigung
Preisverleihung Preis des Jahres (v.l.n.r.): Sven Staiger, Index-Werke, Esslingen, Nika Nowizki, Institut für Maschinenelemente (IMA) der Universität Stuttgart, Dr. Alexander Broos, Leiter Forschung und Technik, VDW Frankfurt am Main. Foto: Rainer Jensen

Im Rahmen des Safety Days auf der EMO Hannover 2017 vergab das VDW-Forschungsinstitut, die Forschungsvereinigung des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinen), zum dritten Mal den Preis für das „Projekt des Jahres“. Damit honoriert das VDW-Forschungsinstitut herausragende Forschungsprojekte von Produktionswissenschaftlern, die Wissenslücken zu werkzeugmaschinenspezifischen, fertigungstechnologischen oder produktionstechnischen Fragen schließen.
Die diesjährige Preisträgerin Dipl.-Ing. Nika Nowizki vom Institut für Maschinenelemente (IMA) der Universität Stuttgart untersuchte in ihrer Studie die Betriebsbewährtheit von automatischen Multi-Spindel Drehmaschinen der Firma Index, mit Blick auf die Zuverlässigkeit der Sicherheitsfunktion Werkstückspannung, die mit einer Standard-SPS (speicherprogrammierbaren Steuerung) angesteuert wird. „Die in der statistischen Auswertung der Felddaten ermittelten Zuverlässigkeitskennwerte liegen teilweise sogar deutlich höher als in der entsprechenden Norm gefordert“, berichtet Nowizki.

„Mittelstand 4.0“: Saarland bekommt Kompetenzzentrum


Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanzierte Einrichtung wird ihren Sitz in Saarbrücken haben. Das haben Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und ihre saarländische Amtskollegin Anke Rehlinger kürzlich bestätigt. Das Kooperationsprojekt bringt erfahrene Akteure des Saarlandes aus dem Bereich digitaler Zukunftstechnologien zusammen: Das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA), die Standortagentur Saaris sowie das AWS-Institut für digitale Produkte und Prozesse sind Konsortialpartner unter Leitung des ZeMA. Ziel ist es, „vor allem unsere kleinen und mittleren Unternehmen für die zunehmende Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Produktionsmodelle zu sensibilisieren und ihnen bei der technischen Umsetzung sowie der fachlichen Vernetzung unter die Arme zu greifen“, so Ministerin Rehlinger.
Bundeswirtschaftsministerin Zypries: „Wir wollen kleinen und mittleren Unternehmen bei der digitalen Transformation unter die Arme greifen, denn vor allem für sie ist die Digitalisierung eine Mammutaufgabe. Unsere Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren mit ihren mittelstandsgerechten Angeboten bieten den Unternehmen Digitalisierung zum Anfassen und zielgenaue Beratung.“
Ein Schwerpunkt des mit 3,5 Millionen Euro dotierten neuen Kompetenzzentrums werden Digitalisierungsprozesse in der Produktion sein. „Damit passt es hervorragend zur saarländischen Wirtschaftsstruktur; denn bei uns sind Industriearbeitsplätze und produktionsnahe Dienstleistungen und schließlich auch das Handwerk besonders eng verflochten“, erläutert Rehlinger.
Brigitte Zypries: „Das Saarbrücker Kompetenzzentrum ist das insgesamt vierzehnte Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum, das wir in dieser Legislaturperiode errichten. Damit kommen wir unserem Ziel, das Angebot an regionalen Kompetenzzentren in Reichweite der Unternehmen flächendeckend auszubauen, wieder ein ganzes Stück näher.“

Wer hat Angst vor 4.0 im Werkzeug- und Formenbau?


Arbeitssicherheit, Werkzeug- und Formenbauer, Mittelstand 4.0, Additive Fertigung
VDWF-Präsident Professor Thomas Seul zog zum Abschluss des Anwenderforums ein sehr positives Fazit. Foto: VDWF

Es sind brennende Fragen, die sich Unternehmer im Werkzeug- und Formenbau bei der Herausforderung Industrie 4.0 stellen: Wie schaffe ich in meinem Betrieb die Digitalisierung und Standardisierung der Prozesse? Welche besonderen Aspekte muss ich bei der Umsetzung beachten? Und wie entfache ich Begeisterung für die Chance zur Veränderung unter meinen Mitarbeitern, damit ich sie auf dem Weg in die Zukunft mitnehmen kann? Mit ihrem gemeinsamen Anwenderforum haben der Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer Ost (VDMA Ost) in Kooperation mit der Hochschule Schmalkalden (Angewandte Kunststofftechnik) das passende Format gefunden, um Antworten auf all diese Fragen zu finden. Nach den erfolgreichen Events in den letzten vier Jahren luden die drei Veranstalter am 12. September zur fünften Auflage des Forums für den Werkzeug- und Formenbau ein. Mehr als 130 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands kamen in der Hochschule Schmalkalden zusammen. Es entwickelte sich eine hochkarätige Auseinandersetzung rund um das Themenfeld Industrie 4.0.
So konnte VDWF-Präsident Professor Thomas Seul nach dem Anwenderforum ein begeistertes Fazit ziehen: „Das Anwenderforum, gespickt mit wertvollen Informationen, war nicht nur die perfekte Gelegenheit, Impulse für das eigene Unternehmen zu sammeln, sondern sich auch mit denjenigen Akteuren der Branche zu vernetzen, die man bisher noch nicht kannte.“ Das schönste Indiz für die Relevanz der Veranstaltung sei jedoch die Tatsache gewesen, dass die Vorträge am Abend noch genauso gut besucht waren, wie die am Morgen.

Weltmarktführer bündeln Kräfte in Adamos


Mit dem Joint Venture Adamos (ADAptive Manufacturing Open Solutions) gründen DMG Mori, Dürr, Software AG und Zeiss sowie ASM PT eine strategische Allianz für die Zukunftsthemen Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT).
Deutschlands erste Allianz aus namhaften Industrie- und Softwareunternehmen will Adamos als globalen Branchenstandard etablieren und zusätzlich weitere Maschinenbauer als Partner gewinnen. Adamos ist speziell auf die Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus und seiner Kunden zugeschnitten: Die offene IIoT-Plattform ist herstellerneutral und verbindet modernste IT-Technologie und Branchenwissen. Sie versetzt Maschinenbauer in die Lage, ihren Kunden mit geringem Aufwand erprobte Lösungen für die digital vernetzte Produktion anzubieten. Davon profitieren Maschinenbauunternehmen sowie ihre Lieferanten und Kunden, denen Adamos als Plattformdienstleister Zugang zu führenden Softwarelösungen bei voller Datenautonomie bietet. Die gemeinsam entwickelte Plattform ADAMOS ist weltweit seit dem 1. Oktober 2017 verfügbar.

Drei neue Richtlinien der Reihe VDI 3405 erschienen


Die Wechselwirkungen zwischen der Fertigungsanlage, den Prozessparametern und den Pulvereigenschaften beim Laser-Sintern von Kunststoffen und dem Laser-Strahlschmelzen von Metallen stehen einer guten einer guten Reproduzierbarkeit hinsichtlich Oberfläche, Formtreue und den mechanischen Eigenschaften entgegen. Ein wichtiger Schritt hin zu einer größeren Prozessstabilität ist es, Metall- und Kunststoffpulver mit reproduzierbaren Eigenschaften zu verarbeiten. Dazu hat der VDI jetzt drei neue Richtlinien der Reihe VDI 3405 veröffentlicht.
Ziel der Richtlinie VDI 3405 Blatt 2.3 für Metallpulver ist es, Vorgehensweisen und Methoden zu beschreiben, die relevante Kenngrößen zur Pulvercharakterisierung liefern, um damit die Reproduzierbarkeit und Prozesssicherheit der gesamten additiven Fertigungskette zu steigern. Die Richtlinie wendet sich an Hersteller und Nutzer von Metallpulvern zur Verwendung in pulverbettbasierten additiven Fertigungsanlagen wie dem Laser-Strahlschmelzen (LBM) und dem Elektronen-Strahlschmelzen (EBM). Sie wendet sich auch an mit der Qualitätssicherung von additiv hergestellten Bauteilen befassten Personen sowie an Anbieter für Mess- und Prüftechnik zur Charakterisierung von Pulverwerkstoffen.
Herausgeber der Richtlinie der Reihe VDI 3405 ist die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL). VDI 3405 Blatt 2.3 und Blatt 1.1 sind ab sofort als Entwurf jeweils zum Preis von 53,70 Euro beim Beuth Verlag erhältlich. VDI 3405 Blatt 2.2 ist als Weißdruck zum Preis von 38,70 Euro erhältlich. Weitere Informationen unter www.vdi.de/3405.

Letzte Aktualisierung: 07.11.2017