Konjunkturmotor Bauwirtschaft: Umsatzplus von 6,0 % in 2020

(Februar 2021) „Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe haben das Jahr 2020 mit einem Umsatz von ca. 143 Mrd. Euro abgeschlossen. Das sind etwa 8 Mrd. Euro mehr als im Jahr 2019.

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Foto: Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe

Das ist ein Plus von 6,0 %. Damit hat die Bauwirtschaft im letzten Quartal die unterjährigen Verluste mehr als wettgemacht.“ Dieses erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, heute zu den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen.

In dem Umsatzwachstum schlägt sich zum einen die nachhaltige Nachfrage nach Bauleistungen, insbesondere im Wohnungsbau nieder. Die Steigerung des Umsatzes in dieser Sparte auf 54,3 Mrd. Euro, und damit um gut 10 %, dürfte aber auch Vorzieheffekte wegen der im Dezember ausgelaufenen Absenkung der Mehrwertsteuer enthalten.

„Ein Plus von 7,6 % bei den Auftragseingängen per Jahresende stimmt uns zuversichtlich für das Jahr 2021. Hinzu kommt, dass auch die Anträge für Baugenehmigungen im Jahresverlauf nach oben zeigten,“ so Pakleppa. „Entscheidend für die weitere Entwicklung ist jedoch, dass die Rahmenbedingungen, wie von der Bundesregierung auf dem Wohnungsgipfel zugesagt, stabil bleiben. Wir brauchen für die Weiterführung der Wohnraumoffensive eine Fortsetzung des erfolgreichen Projektes zum Baukindergeld, eine Verstetigung des erhöhten Niveaus bei den Abschreibungen im Mietwohnungsbau und vor allem mehr Mittel für den sozialen Wohnungsbau,“ erklärte Pakleppa weiter.

Im Wirtschaftsbau zeigt sich die Lage ambivalent. Hier gingen die Aufträge im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 4,8% zurück; (im Wirtschaftshochbau um 7,5%). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Industrie- und Dienstleistungsbereiche wurde überdeutlich. Die Investitionsbereitschaft muss nach Rückgang der Pandemie wieder wachsen. „Insofern werden wir in den kommenden Monaten eine schwächere Umsatzentwicklung sehen. Erfreulich ist dagegen, dass wir zum Ende des Jahres 2020 das Umsatzniveau im Wirtschaftsbau mit 49,8 Mrd. Euro, was einem Plus von 1,2 % entspricht, insgesamt auf Vorjahresniveau halten konnten. Das ist Ergebnis der Investitionen im Tiefbau, wie z. B. bei der Schiene. Im Wirtschaftshochbau dagegen wirkte Corona mit einem Minus von ca. 3 % als Konjunkturbremse,“ interpretierte Pakleppa die Zahlen.

Wichtig für die Bauwirtschaft war, dass die öffentliche Hand als großer Player Aufträge vergeben hat. Das Konjunkturpaket von Bund und Ländern hat dazu beigetragen, dass die Kommunen ihre geplanten Investitionslinien gehalten haben. Nach den vorliegenden Daten verzeichnet die Branche im öffentlichen Bau in 2020 einen Umsatz von ca. 39 Mrd. Euro und damit ein Plus von gut 6 %.

„Die Lage der Kommunalhaushalte ist aber stark angespannt. Bund und Länder stehen weiter in der Pflicht, die Handlungsfähigkeit der Kommunen auch in diesem Jahr zu gewährleisten. Der kommunale Investitionsstau bei Straßen und Schulen darf sich nicht weiter vergrößern. Der Bund muss zudem dafür sorgen, dass die Autobahn GmbH, die die Verantwortung für den Autobahnbau in diesem Jahr von den Ländern übernommen hat, richtig ans Laufen kommt. Hier braucht es eine stabile Auftragsvergabe,“ forderte Pakleppa weiter.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes gelang es den Unternehmen im Bauhauptgewerbe auch im abgelaufenen Jahr den Beschäftigtenaufbau weiter fortzusetzen. Die Branche stellt demnach über 893.000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Das sind fast 200.000 mehr als im Jahr 2010. Die stabile Baukonjunktur und moderne Arbeitsplätze haben offensichtlich eine hohe Anziehungskraft. So haben im Herbst 14.146 junge Menschen ihre Ausbildung in einem Bauunternehmen begonnen. Das waren 3,4 % mehr als im Vorjahr und damit die höchste Anzahl an Auszubildenden seit über 15 Jahren.

Pakleppa abschließend: „Einmal mehr erweist sich die Bauwirtschaft als Konjunkturstütze – oder – wie die Kanzlerin jüngst auf dem Wohnungsgipfel erklärte: „Es ist eine gute Aussage, dass sich die Bauwirtschaft in der pandemischen Lage als Konjunkturmotor gezeigt hat.“

Letzte Aktualisierung: 26.02.2021