Feinwerkmechanikpreis: Eine begehbare Schutzausrüstung

(Februar 2021) Zu den Bewerbungen für den Feinwerkmechanikpreis aus den letzten Jahren (Die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Preis läuft seit 1. Januar 2021) gehörte auch ein sehr interessantes Projekt der Firma John Lohrmann Stahlhandwerk aus Offenbach - eine begehbare Schutzeinhausung. Lesen Sie hier die Details.

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Die Schutzeinhausung dient dazu, damit der Maschinenbediener im Aktionsradius des Roboters sicher arbeiten kann. Fotos: John Lohrmann Stahlhandwerk

Im Fokus der Entwicklung stand eine Schleifanlage für Achszapfen, die nach Prozessende über Förderbänder aus der Anlage herausgefahren werden. Dort werden sie vom Maschinenbediener entnommen, in Trolleys abgelegt und zur weiteren Verarbeitung in die folgenden Produktionsabteilungen transportiert. Die manuelle Entnahme und Einlagerung wird nun durch Robotertechnik automatisiert. Damit der Maschinenbediener im Aktionsradius des Roboters sicher arbeiten kann, wurde eine Schutzeinhausung notwendig. Gemeinsam mit dem Programmierer des Roboters wurde hierfür ein Beladekonzept ermittelt.

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Die Schleifanlage kann mit bis zu vier Trolleys bestückt werden. Die genormten Boxen werden über ein am Boden angebrachtes Schienensystem der Anlage zugeführt.

Toleranzen intelligent ausgleichen

Die Schleifanlage kann mit bis zu vier Trolleys bestückt werden. Dabei handelt es sich um Transportwagen mit genormten Boxen, die über ein am Boden angebrachtes Schienensystem der Anlage zugeführt werden. Die Boxen liegen mit etwas Spiel (etwa zwanzig Millimeter in alle Richtungen) auf dem Transportwagen auf und werden über Kugelführungsschienen geführt eingeschoben. Dadurch stehen sie immer parallel und verkanten nicht in der Anlage. Dort fixieren in der Längsrichtung zwei Gummipuffer die leeren Boxen im Transportwagen, welcher wiederum durch eine V-förmige Absenkung in der Bodenschiene gehalten wird. Damit lassen sich die Toleranzen ausgleichen. Der Transportwagen und die Boxen bleiben immer an derselben Position und können somit vom Roboter problemlos beladen werden.
Sind die Boxen in die Anlage eingebracht, schließt der Maschinenbediener die Hubtüren. Je zwei ergonomisch

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Hubtüren sind wesentlich platzsparender als Schwenktüren.

angebrachte Griffe befinden sich sowohl bei geöffneten als auch bei geschlossenen Türen immer auf benutzerfreundlicher Höhe. Das erspart dem Bediener gesundheitsschädliches Bücken. Durch Gegengewichte lassen sich die Hubtüren ohne Kraftaufwand öffnen und schließen. Dafür wurden die Türflügel extra gewogen und das individuelle Gegengewicht berechnet.

Platzsparende Hubtüren eingesetzt

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Der Transportwagen und die Boxen bleiben immer an derselben Position und können somit vom Roboter problemlos beladen werden.

Hubtüren sind wesentlich platzsparender als Schwenktüren und bieten weitere Vorteile. Bei einem Werkzeugwechsel, Trolleywechsel oder der Behebung von Störungen können gleichzeitig mehrere Türen geöffnet werden, ohne dass sich diese im Weg stehen oder in den umliegenden Bereich schwenken. Elektrische Verriegelungen verhindern den unerlaubten Zugang während der Produktion.
Am Ende des Bearbeitungsprozesses entnimmt der Roboter die Achszapfen und befüllt damit die Trolleyboxen. Da die Schleifanlage verschiedene Bauteilgrößen liefert, wird deren Maßhaltigkeit mit Hilfe optischer Sensoren bestimmt und dem jeweiligen Trolley zugeordnet. Pro Trolley signalisiert eine Ampel oberhalb der Anlage den jeweiligen Füllzustand. So erkennt der Maschinenbediener rechtzeitig, wann er den Trolley entnehmen und einen neuen bereitstellen kann.
Die Bauteile werden auf acht Förderbändern zum Roboter befördert. Eines davon dient als Förderband für Ausschussteile. Diese werden visuell identifiziert und vom Maschinenbediener manuell herausbefördert. Durch den speziellen dafür vorgesehenen Bereich in der zusätzlichen Schutzeinhausung ist das gefahrlos möglich. Not-Aus-Schalter an allen Hubtüren sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Für den sicheren Betrieb

Um im laufenden Betrieb neue Trolleys zuzuführen, muss eine Taste an den Hubtüren gedrückt werden. Das stoppt den Roboter und der Bediener kann die Hubtür gefahrlos öffnen. Nachdem der Bediener das Schließen der Türe quittiert hat, nimmt der Roboter seine Tätigkeit wieder auf. Volle Trolleys werden zum nächsten Produktionsschritt gebracht und die Bauteile weiterverarbeitet.
Durch den Einsatz von Kanalprofilen mit Abdeckungen werden sämtliche Schalter und Kabel sauber versteckt und gleichzeitig geschützt. Links und rechts neben den Hubtoren befindet sich ein Schutzbügel. Das obere Profil ist schwarz pulverbeschichtet und zusätzlich mit gelber Folie beklebt. Dies dient als Warnhinweis für Flurverkehrsfahrzeuge und zur optischen Orientierung während der Trolley-Zuführung.
Von der Planung bis zur Realisierung der Einhausung dauerte es insgesamt sechs Wochen. Die Hauptprobleme waren die Anordnung und Positionierung der Trolleys und Boxen. Das Gesamtmaß der Anlage beträgt etwa 3.400 Millimeter mal 3.000 Millimeter mal 2.600 Millimeter.

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Foto: Logo Feinwerkmechanikpreis

Feinwerkmechanikpreis 2021: Möge der Beste gewinnen!

Startschuss für die Besten der Feinwerkmechanik: Seit 1. Januar können Sie sich um den Feinwerkmechanikpreis 2021 bewerben. Besondere Kunden mit besonderen Wünschen? Herausragende betriebliche Leistungen? Innovation pur bei Ihren Entwicklungen? Dann suchen wir Sie! Bewerben Sie sich mit Ihrer besonderen Leistung in diesem Segment des Metallhandwerks.
In diesem Jahr vergibt die Zeitschrift M&T in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Metall als ideellem Träger bereits zum achten Mal diesen Preis für Feinwerkmechaniker.

Die Bewerber können sich mit diesen Arbeiten bewerben:

- technisch innovative Produkte,
- Umsetzung innovativer Technologien,
- Lösung von Kundenproblemen/eigener technischer Probleme,
- Arbeiten für außergewöhnliche Kunden,
- Organisationsstruktur im Betrieb (technischer Betriebsablauf/technische Organisation),
- Berufsausbildung.

Mit Ihrer Bewerbung können Sie nur gewinnen:

- Wir berichten in der Fachzeitschrift M&T über den Gewinner des Feinwerkmechanik-Preises 2021.
- Wir erstellen einen Film über den Gewinner und seine ausgezeichnete Leistung. Diesen Film dürfen Sie für sich nutzen, beispielsweise für Ihre Internetseite.
- Sie gewinnen außerdem zwei Karten inklusive Übernachtung für den Feinwerkmechanikkongress 2021 am 29. und 30. Oktober in Würzburg.

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Den Feinwerkmechanikpreis 2020 gewann Bastian Romacker mit seiner Bohrlehre Roxbo für Skibindungen. Foto: M&T

Jeder Betrieb darf sich mit maximal zwei Arbeiten bewerben.
Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.feinwerkmechanikpreis.de . Einsendeschluss ist der 31. Mai 2021.

Letzte Aktualisierung: 24.02.2021