Arbeitsschutz: Unfallrisiko an Drehmaschinen vermeiden

An Drehmaschinen kommt es immer wieder zu meist folgenschweren Unfällen. Oft ist die unsachgemäße oder falsche Nutzung durch den Bediener die Unfallursache. Eine häufige Ursache ist das Schmirgeln oder Polieren der Drehteile von Hand, wie die Berufsgenossenschaft mitteilt.

Drehmaschinen - eine Gefahrenquelle für Unfälle
Drehmaschinen sind immer eine Gefahrenquelle für Unfälle, vor allem wenn ein Fehlverhalten des Bedieners vorliegt. Foto: M&T

Wenn das Schmirgelleinen mit beiden Händen festgehalten, gespannt und gegen das rotierende Werkstück gedrückt wird, sind beide Hände im direkten Gefahrenbereich. Auch wenn das Werkstück mit Polierpaste bearbeitet wird, ist das der Fall, wie die BGHM informiert. Dabei kann es schnell zu einem Unfall kommen. Eine plötzliche Bewegung des Bedieners, versehentlich werden die Spannbacken berührt, das Schmirgelleinen zerreißt oder der Bediener rutscht ab, wenn er mit Kraft das Schmirgelleinen andrückt. Meist geschieht der ungewollte Kontakt mit Werkstück oder Maschinen so plötzlich, dass der Metallhandwerker nicht mehr reagieren kann und er es nicht schafft, die Hand rechtzeitig zurückzuziehen.

Gravierende Verletzungen

Das Unfallrisiko wird noch größer, wenn der Bediener Handschuhe oder nicht enganliegende Kleidungsstücke bei der Arbeit an der Drehmaschine trägt oder er die Futterschutzhaube öffnet.
Die Folgen solcher Unfälle können erheblich sein. Vor allem Hände, Arme und der Oberkörper sind betroffen. Neben Schnittwunden und Prellungen kann es auch zu Knochenbrüchen und dem Verlust von Gliedmaßen kommen.
Wie kann man sich nun davor schützen? Der Unternehmer muss eine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung erarbeiten. Als Ergebnis der Beurteilung werden die notwendigen Schutzmaßnahmen festgelegt. Hierbei steht an erster Stelle, die Gefährdung zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, haben technische Schutzmaßnahmen Vorrang vor organisatorischen und diese wiederum vor personen- und verhaltensbezogenen.

Arbeitsgang verbieten

Schmirgeln oder Polieren von Hand an der laufenden Drehmaschine – eine Beurteilung dieser Tätigkeit kann nur zu dem Ergebnis führen, dass sie besonders gefährlich ist. Sowohl die jahrelange Erfahrung eines Maschinenbedieners als auch die regelmäßige Unterweisung durch den Unternehmer reichen nicht aus. Das Schmirgeln oder Polieren von Hand an der laufenden Drehmaschine muss daher untersagt werden.
Wenn möglich, sollten alternative Verfahren gewählt werden.
Ist dies nicht möglich, können geeignete Schmirgelhilfen wie Schmirgelhölzer oder Schnellspanner verwendet werden. Selbstverständlich gilt hierbei, dass nur bei geschlossener Futterschutzhaube gearbeitet wird und weder Handschuhe noch weite Kleidung getragen werden.
(Quelle: BGHM/Schindler, Hüning)