Aluminiumzargen: Gelungene Revitalisierung

Als eines der letzten Architekturbeispiele der Gründerzeit in Würzburg dokumentiert das Bürgerbräu einen Teil der Geschichte von Stadt und Region. Nach über 150 Jahren Brauereibetrieb und zwanzigjährigem Leerstand wurde das Areal nun seit 2012 als Kultur- und Kreativzentrum revitalisiert.

Revitalisierung, Industriekultur, Denkmalschutz
Durch den Einsatz der schlanken, minimalistisch anmutenden Aluminiumzargen in Kombination mit Ganzglastüren konnte eine höchstmögliche Transparenz der Glasflächen sowie eine optimale Belichtung der Räume erzielt werden. Foto: Patrick Hamacher

Heute ist dort ein neuer, urbaner und weltoffener Raum für Arbeit, Handwerk, Kultur, Gastronomie und Freizeit zu finden.
Das alte Bürgerbräuareal konnte behutsam und in enger Abstimmung zwischen dem Architekturbüro Archicult und dem Denkmalschutz in Stand gesetzt werden. Gleichzeitig gelang es, die Gebäude in einer Symbiose mit moderner Architektur in das 21. Jahrhundert zu transferieren und als ein Markenzeichen der Stadt Würzburg zu etablieren. Der einzigartige Industriecharme blieb dabei erhalten. Daraus ist eine besonders kreative Atmosphäre entstanden, die das Areal für innovative Unternehmer als auch für die Öffentlichkeit attraktiv macht.

Transparente Büroeinheiten

In der ehemaligen Picherei, in der früher die Fässer für die Brauerei abgedichtet wurden, entstand auf rund 500 Quadratmeter der Kreativ-Raum - 13 kleine Büroeinheiten mit je elf bis fünfzig Quadratmeter sowie eine Gemeinschaftsfläche für Besprechungen, Kommunikation und Gedankenaustausch. Die Architekten stapelten hierzu Holzboxen unterschiedlicher Größen auf zwei Ebenen in die alte Halle. Über offene Stahltreppen, Brücken und Gitterroste sind die einzelnen Arbeitsräume der kleinen Unternehmen erreichbar.

Eine Herausforderung bei der Anordnung der Boxen war die Belichtung. Die Boxen wurden hierzu in der Industriehalle so angeordnet, dass die offenen Seiten zur Fensterfront und zum großzügigen Hauptraum orientiert sind. Jeder Bürocontainer hat damit eine großzügige Glasfront erhalten, die eine maximale Belichtung sowie einen umfassenden Ausblick ermöglicht.

Schlanke Aluzargen für die Architektur

Der Zugang zu den Büroeinheiten erfolgt über die Glasfront und die darin eingebauten Glastüren. Um das architektonisch transparente Konzept nicht zu zerstören, kamen schlanke Aluminiumzargen von Küffner zum Einsatz, die quasi schwebend, in die Verglasungen integriert wurden. Diese erfüllen zudem die Anforderungen an den Schallschutz und die Nutzungssicherheit.

Dreiseitig im Glas eingebunden, umrahmen die hochwertig eloxierten, samtglänzenden Aluminiumzargen die Ganzglastüren in einer minimalistischen Linienform. Jede Zarge stellt die tragende Verbindung zwischen Festverglasung und Türblatt dar. Sie schützt den Durchgang, fixiert den Dreh- und Angelpunkt der Tür und nimmt die Dichtungsebene für den erforderlichen Schallschuf auf. Darüber hinaus sind die Oberflächen der eloxierten Aluminiumzargen trotz der edlen Anmutung härter als Edelstahl und halten einer äußersten Beanspruchung stand.
Der Glasbau wurde durch die Firma Glaskeil Glasbau aus Würzburg ausgeführt.